Rettet das Prinzregentenstadion!

zur Geschichte des Prinzregentenstadions

Das Prinzregentenstadion wurde am 16. Dezember 1933 als erste süddeutsche Freiluft-Kunsteisbahn in Betrieb genommen. Der Münchner Ingenieur und begeisterte Sportler Dr. Friedrich Kranz (1888 - 1959) hatte es auf seinem eigenem Grundstück neben dem Prinzregententheater erbaut. 1936 kam das Sommer-Schwimmbad hinzu. Mit dem dabei ausgehobenen Kies wurde in den Jahren 1933 - 1935 das heutige Eingangsgebäude (geplant von Peter Regner) von Paul Wenz und Friedrich Kranz an der Prinzregentenstraße errichtet. Vorher hatte hier nur ein Holzbau gestanden.
Obwohl der Bau in die nationalsozialistische Zeit fiel, ist das bewußt zurückhaltend und niedrig gestaltete Gebäude der Tradition der Moderne zuzurechnen und führt neoklassizistische Tendenzen innerhalb der zwanziger Jahre fort. Zur Gartenseite hin stellt sich der Bau als horizontal gelagerte Terassenanlage dar. Im Umfeld der von der NS-Diktatur entwickelten "völkischen Architektur" ist der Stil des Prinzregentenstadions eine Rarität.

Prinzregenten-Stadion und -Bad 1936
Prinzregententenstadion und -Bad 1936

Eiskunstlauf-Olympiasieger, Europa- und Weltmeister wie z.B. die Paarläufer Ernst Baier/Maxi Herber oder Sonja Henie trainierten in den dreißiger Jahren im "Prinze" für ihre großen Erfolge. Auch internationale Eishockey-Turniere wurden dort ausgetragen.

Nach einer teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion in den Jahren 1946 - 1948 wieder neu aufgebaut und im Jahr 1957 von der Stadt München übernommen. Noch Anfang der 1960er Jahre war das Prinzregentenstadion die einzige Kunsteisbahn in München und musste öfters wegen Überfüllung geschlossen werden. 1963 brachte die Kunsteisbahn am Westbad, später Olympia-Eisstadion und Eisbahn Ost Entlastung.

Das Prinzregentenbad 1938
Das Prinzregentenbad 1938

Eissportstadion und Schwimmbad des Prinze wurden im Laufe der Jahre immer wieder modernisiert und saniert. 1993 dachte der Stadtrat jedoch wegen Betriebsdefiziten und anstehender Sanierungkosten ernsthaft über eine Schließung nach. Sogar ein Plan, die Anlage an die UFA-Theater AG zu verkaufen wurde diskutiert: Die UFA plante die Errichtung eines "Prinzregenten-Palasts" mit 12 Kinos, Tiefgarage und einer Eislauffläche auf dem Dach. Doch dagegen legten Heimatpfleger und Denkmalschützer ihr Veto ein.

Gedenktafel
Gedenktafel von 1963:
Dem Andenken des Begründers dieser Sportstätte
Dr.-Ing. Friedrich Kranz
gewidmet von der Landeshauptstadt München

1997 bekam die Münchner Gesellschaft zur Stadterneuerung den Auftrag, verschieden Konzepte für das Prinze zu erarbeiten. Alle Entwürfe zur "Luxussanierung" wurden jedoch von Bürgern und Stadtteilpolitikern abgelehnt. Im Mai 1999 sprach sich auch Oberbürgermeister Christian Ude für den Erhalt des Prinzregentenstadions als familiengerechtes Sommerbad mit Eislauffläche im Winter aus. Nur solche Pläne sollten weiter verfolgt werden. Allerdings ging die Verantwortlichkeit für das Prinze nun vom Stadtschulamt auf die Stadtwerke München/Bäderbetriebe über. Dort wurde eine neue Planung erarbeitet, die den Abriss und Neubau des Hauptgebäudes vorsieht, trotz gut erhaltener Bausubstanz. Obwohl OB und Stadtrat zunächst darüber getäuscht wurden, haben sie sich inzwischen von der "Notwendigkeit" dieses Vorgehens überzeugen lassen. Am 21.2.2001 stimmte der Stadtrat den Plänen der Stadtwerke zu. Ab April 2001 wurde das Hauptgebäude abgerissen und die Umbauarbeiten begonnen.

Der Neubau
Neubau von der Prinzregentenstraße aus gesehen

neue Gekenktafel: Dem Andenken dieser Sportstätte - zerstört von der Landeshauptstadt München - gewidmet von ihren Freunden
zukünftige Gedenktafel

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